Dermatologie

Aktuell werden in Deutschland etwa 17% aller in Kleintierpraxen untersuchten Patienten wegen Hautproblemen vorgestellt.* Somit kommen diese bei Tieren ungefähr genauso häufig vor wie beim Menschen, was nicht selten frustrierend für Tier, Tierarzt und Besitzer ist.

Viele Hauterkrankungen zeigen trotz unterschiedlicher Ursache jedoch oftmals sehr ähnliche klinische Symptome und diese werden auch oft vom Tierarzt zunächst mit Erfolg behandelt, nach Beendigung der Therapie kommt es jedoch zum Rückfall (zum Beispiel aufgrund einer Allergie, Hormonkrankheit, parasitären oder Autoimmunerkrankung). 

Zum Umfang dieser Diagnostik gehören unter anderem Spezialuntersuchung  auf Infektionen oder Entzündungszellen (Zytologie), ggf. auch bakteriologische oder Pilzkulturen, Haaruntersuchungen (Trichogramm), parasitologische Untersuchungen (Hautgeschabsel oder Tesaquetschpräparate), Feinnadelaspirate und Hautstanzbiopsien, ggf. aber auch Blutuntersuchungen oder Allergietests. 

Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass Allergietests niemals eine Aussage darüber liefern, OB ein Patient allergisch ist, sondern lediglich als Anhaltspunkt für die Auswahl von Allergenen für eine Desensibilisierung dienen können. 

Da viele Diagnostik- und Therapieoptionen ohnehin auch aufwändig und kostenintensiv sein können, bemühen wir uns stets lediglich die für Ihr Tier sinnvollen Untersuchungen durchzuführen, um Stress und Kosten für Patient und Besitzer möglichst gering zu halten. Aus diesem Grunde bringen Sie bitte auch alle Ihnen zur Verfügung stehenden Unterlagen über bisherige Untersuchungen und Behandlungen zum Erstbesuch mit., Ferner ist von unserer Seite stets eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Haustierarzt angestrebt (Ihr Einverständnis vorausgesetzt), um eine optimale Behandlung Ihres vierbeinigen Lieblings zu gewährleisten.

Gerne besprechen wir vor der Einleitung von Spezialuntersuchungen und vor Beginn der Therapie den Sinn und Vorteil dieser selbigen für Sie und Ihr Tier bei einem Untersuchungstermin in der AniCura Tierklinik Stuttgart. Manche dieser Diagnostik- und Therapieoptionen hängen ferner sehr vom dermatologischen Erfahrungsgrad des behandelnden Tierarztes ab. Wir bitten jedoch um Verständnis, dass „Ferndiagnosen“ oder Therapieempfehlungen über das Internet oder Telefon quasi nie ohne persönliche Untersuchung des Tieres aus eben oben genannten Gründen möglich sind.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Anicura Stuttgart!

Intrakutantest zur Bestimmung der allergieauslösenden Substanzen bei einem Hund mit Atopie.
Intrakutantest zur Bestimmung der allergieauslösenden Substanzen bei einem Hund mit Atopie.
Mikroskopisches Bild von Demodexmilben, die bei erwachsenen Tieren fast immer als Folge einer Grunderkrankung Hautprobleme verursachen.
Mikroskopisches Bild von Demodexmilben, die bei erwachsenen Tieren fast immer als Folge einer Grunderkrankung Hautprobleme verursachen.
Mikroskopisches Bild einer Sarkoptesmilbe, die zu starkem Juckreiz führt.
Mikroskopisches Bild einer Sarkoptesmilbe, die zu starkem Juckreiz führt.

Atopische Dermatitis (Umweltallergie)

Desensibilisierung

Die "atopische Dermatitis" (Umweltallergie) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Hund und Katze und oftmals kann die symptomatische Therapie aufwändig und nur bedingt erfolgreich oder mit diversen Nebenwirkungen verbunden sein. Neben der Option, die Symptome medikamentell zu unterdrücken, existiert die Desensibilisierung (oder auch Hyposensibilisierung) als einzig ursächliche Therapie. Auch wenn diese mindestens 12 Monate durchgeführt werden sollte, bevor die Wirkung schlussendlich beurteilt wird, zeigt sich meist schon nach einigen Monaten oder selten sogar nur Wochen eine Besserung. Eine kürzere Anwendung führt unter Umständen zu falsch negativen oder positiven Ergebnissen. Sofern ein internationaler Fachtierarzt (z.B. DipACVD oder DipECVD) die Desensibilisierung durchführt, sprechen ca. 25 % der Hunde so gut darauf an, dass keinerlei weitere Medikation notwendig ist. Weitere 50% brauchen zusätzlich leichte symptomatische Therapie, aber in deutlich geringerer Dosierung als ohne Desensibilisierung. Es besteht eine 75% Chance, dass Prednisolon (Kortison) auf Dauer nicht mehr systemisch eingesetzt werden muss. 

Diese Erfolgsquoten hängen aber stark vom Erfahrungsgrad des durchführenden Spezialisten ab, daher sollte ein internationaler Spezialist (DipACVD oder DipECVD) für eine Desensibilisierung konsultiert werden.

Falls bereits bekannt ist, dass der Patient eine Umweltallergie hat (Ausschluss einer Insekten- oder Futtermittelallergie vorausgesetzt)  kann entsprechend der Ergebnissen eines vorangegangenen Allergietests (Intrakutantest oder Serumallergietest) eine Desensibilisierungslösung hergestellt werden, die anschließend in an den Einzelpatienten angepassten Intervallen gespritzt wird. 

* Klinger, C. J., A. Krause, B. Rösch, P. Werhahn, V. Wienrich and M. R. S. (2016). "Kleintiermedizin in Deutschland – Analyse des Fallaufkommens." Prakt Tierarzt 97(9): 774–787.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzinformationen